Rennsteiglauf 2024
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Schon seit längerem hat sich Nathalie vorgenommen, den Halbmarathon beim Rennsteiglauf in Angriff zu nehmen. Im Jahr davor war sie “nur” beim Staffellauf des Rennsteiglaufs dabei, bei dem sie eine Etappe von ca. 16 Kilometern gelaufen ist. Dieses Jahr sollte der Halbmarathon mit etwas mehr als 21 Kilometer bezwungen werden.
Der Start des Halbmarathons war die Lotto Thüringen Arena in Oberhof. In Oberhof waren wir schon einmal zum Ski-Fahren und wussten, wie blöd es ist, dort mit Nahverkehrsmitteln hinzukommen – besonders wenn es so früh am Tag ist. Theoretisch hätte es einen Shuttlebus von Jena aus gegeben, aber dieser wäre zu früh gestartet, um von Weimar aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln sinnvoll nach Jena zu gelangen. Also entschieden wir uns, bzw. Nathalie hat mich dazu gezwungen, ein Teilauto zu mieten, mit dem wir direkt nach Oberhof fahren konnten und ich damit natürlich der Fahrer war. Da ich mit dem Auto vom Start des Marathons zum Ziel fahren musste, die 21,2 km aber mit dem Auto schneller zu bezwingen waren als laufend, nahm ich mir extra ein Buch und die Switch mit, um mich am Ziel zu beschäftigen – mit dieser Annahme konnte ich nicht falscher an dem Tag liegen…
Wir sind gegen 4:30 mit dem Teilauto losgefahren und sind nach ca. einer Stunde Fahrt an der LOTTO Thüringen ARENA angekommen. Dort mussten wir aber feststellen, dass da zwar der Start war, aber nicht die Anmeldung, um die Startnummer zu bekommen. Also sind wir zurück mitten in die Ortschaft gefahren, wo Nathalie herausgesprungen ist, um ihre Nummer abzuholen, während ich eher verzweifelt versucht hatte eine Parkmöglichkeit zu finden. Nachdem Nathalie Ihre Startnummer mit Tracker bekommen hatte, sind wir wieder zurückgefahren zur Arena. Auf dem Parkplatz standen weiterhin nicht sonderlich viele Autos, was uns leicht gewundert hat. Aber es gab einige Campingwagen, die scheinbar schon die letzte Nacht dort verbracht hatten. Zumindest hatten ein paar aufgestellte Zelte auf dem Dach. Nathalie und ich haben uns diese etwas begutachtet, weil zumindest ich und ein paar Kumpels eine Camping-Tour für nächstes Jahr planen.
Direkt am Parkplatz war eine Hütte, wo man zum letzten Mal aufs Klo gehen konnte – oder zumindest schien uns das so. Sie war zumindest brechend voll und die Kloschlangen gingen durch das ganze Gebäude. Als wir fertig waren, gingen wir zur Arena hinunter und sahen dort noch unzählig viele weitere aufgestellte Toilettenhäuschen, weswegen ein Anstellen im oberen Gebäude doch eher sinnlos war. Aber egal, wir waren eine knappe Stunde früher in der Arena und konnten beobachten, wie diese sich langsam füllte. Langsam machte sich Nathalie bereit, indem sie sich ihre Nummer befestigte und aufwärmte. Dazu ging sie schon mal in die Arena hinunter und meinte, dass ich sie leicht mit der schwarzen kurzen Hose und dem lila Weimarlauf-Shirt erkennen sollte. Lustigerweise, schon während sie die Treppen herunterging, befand sich unten ein Mann, der tatsächlich das Gleiche trug.
Nathalies Outfit war trotzdem leicht einzigartig und schnell erkennbar, durch ihre Größe ging sie trotzdem in der Menge unter. Mit der Zeit hatte ich immer mehr Probleme sie unter den vielen Leuten zu finden, besonders weil der Start des Laufs am anderen Ende der Arena war und sie mit Startblock vier von 13(?) recht weit vorne stand. Über 6000 Leute sollen an dem Halbmarathon teilgenommen haben und ca. alle drei Minuten fing der nächste Startblock an.
Als Nathalies Startblock sich bereit machte, wollte ich dann doch noch schnell näher rangehen, um noch eine Aufnahme machen zu können, wie sie losläuft. Sie hat mich dabei wohl nicht mehr gesehen, aber ich konnte sie noch beim Starten des Laufs filmen.
Ab hier wird sich der Beitrag in zwei Teile aufspalten: der Bericht von Nathalie und der von mir. Es wird berichtet, welche getrennte Ereignisse wir erlebt haben, bis wir am Ziel in Schmiedefeld wieder zusammengefunden haben.
Zeitlinie α: Nathalie
Mein erster Halbmarathon. Darauf habe ich mich lange vorbereitet. Die Stimmung im Startblock war genau so wie man es von so einem Event erwarten würde. Leute machten sich warm, checkten ihre Sportuhren oder machten Selfies. Andere unterhielten sich erstaunlich gelassen. Der Kommentator versuchte die Stimmung anzuheizen. Ich weiß nicht wie viele Male ich “Das schönste Ziel der Welt ist Schmiedefeld” an diesem Tag gehört hatte. Dieser Satz sollte mich bis in den Zielbereich verfolgen. Dazwischen gab es ein Interview mit Bodo Ramelow und jede Menge Lieder bei denen alle klatschen sollten. Pünktlich startete der Lauf und Startblock für Startblock ging es über die Startlinie. Erst der Ehrenblock, dann die 1, 2, 3,… im 4. Startblock war ich. Alle trabten los.
Im Start gibt es da immer ein ziemliches Gedränge. Es geht raus aus dem Stadion und einmal drumherum, was auch schon das erste Mal bergauf laufen bedeutete. Dabei passierte ich noch einmal Kevin bevor es rein in den Thüringer Wald ging. Der Thüringer Wald ist in meinen Augen einer der schönsten und magischsten Orte in Deutschland. Umgeben von hohen Bäumen lief ich über den Waldweg. Ein Schritt nach dem anderen. Die Magie des Waldes wurde an dem Tag von einem Nebelschleier unterstrichen, der zu einer unvergleichlichen Atmosphäre beitrug. Wer den Rennsteig kennt weiß, dass es nun einiges an Höhenmetern zu erklimmen gibt. Die erste Hälfte des Halbmarathons zeichnet sich vor allem durch ihre bergauf-Passagen aus. Hin- und wieder kommen Verpflegungsstände, die wie kleine Feste für sich sind. Lokale Vereine kümmern sich um die Ausgabe von Getränken, meist begleitet von Musik und guter Stimmung. Durch die Gegebenheiten der Strecke stehen nicht überall Zuschauer, aber wenn dann ist immer was los. An einer Stelle hat ein Mann eine große Kuhglocke in eine Fichte gehangen und leutet diese zum Anfeuern. Zwischendurch kommen immer wieder Steigungen. Warum tu ich mir so etwas an? Egal, ich setze weiter einen Fuß vor den anderen und laufe immer weiter, auch vorbei an Personen die es nicht schaffen durchzulaufen und stattdessen gehen. Immer weiter. Nicht aufgeben. Dann, nach 9,2 km weiß ich, dass ich diesen Halbmarathon schaffen werde. Nach 9,2 km erreiche ich den Gipfel des großen Beerbergs 974 m ü. NN. Auch dort stehen Leute. Es wird gejubelt. Ein großes Schild neben der Strecke klärt einen über das erfolgreiche Bestehen der anstrengendsten Passage auf.
Ab jetzt geht es auch häufiger mal bergab. Das Laufen fällt mir leichter und ich genieße es immer mehr. Noch immer sind zahlreiche andere Läufer*innen vor mir, hinter mir und neben mir. An einer Stelle passieren wir eine Straße. Ganz vorne steht ein Bus und ich frage mich wie lange der da wohl wird stehen müssen. Noch mehr Bäume, noch mehr Verpflegungsstände, noch mehr gute Laune. Gegen Ende wird die Strecke noch einmal kurz gemein. Auf den letzten Metern geht es ein letztes Mal bergauf und dann läuft man ein ins schönste Ziel der Welt in Schmiedefeld. Links und rechts stehen Leute und jubeln einem zu. Kevin kann ich in der Menge nicht ausfindig machen. Stolz passiere ich die Ziellinie und empfange meine Medaille. Ich habe es geschafft! Nach dem obligatorischen Getränk und der Läuferbanane schaue ich mich um. Von Kevin noch immer keine Spur…
Zeitlinie β: Kevin
Nach dem Start des Rennens bin ich wieder zum Parkplatz hochgegangen. Hier fiel mir dann auf, dass scheinbar die Laufstrecke in einer Spirale unter und hinter dem Stadion nach oben führt und die Teilnehmer*innen des Marathons am Parkplatz vorbeilaufen lässt. Schnell bin ich also an eine passende Kurve gegangen und habe dort meine Kamera gezückt. Da ich hauptsächlich Personen mit einer dreier als Startblock sah, wusste ich, dass Nathalie mit der vier noch kommen müsste. Und da kam sie auch und hat mir zugewinkt…
Nach der Aufnahme ging ich noch etwas die Laufstrecke an der Seite lang und hab noch ein Foto gemacht, wo die Laufenden die Straße überqueren und in dem Wald verschwinden. Ich dachte mir nicht viel dabei, als ich die Straße blockiert sah, aber sie sollte der Anfang meiner Odyssee darstellen…
Als ich in das Auto stieg, bin ich direkt losgefahren, kam aber tatsächlich nicht weit. Dort wo die Laufenden die Straße überquerten, standen schon Autos und ich habe mich einfach dazu gereiht. Nach ein paar Minuten habe ich mich gewundert, dass es einfach nicht weiterging und habe angefangen ein paar Snacks und mein mitgebrachtes Frühstück, zu essen. Irgendwann drehten die ersten Autos vor mir um und fuhren in die andere Richtung weiter. Ich stieg aus und redete mit den Personen in den Autos vor und hinter mir, die auch verwundert waren und einfach nur zum Ziel nach Schmiedefeld fahren wollten, um ebenfalls ihre Angehörigen abzuholen. Irgendwann bin ich dann zur Sperre vorgegangen und habe nachgefragt: Selbst bei Lücken werden keine Autos durchgelassen und es müssen erst ALLE Personen durchlaufen, bis die Speere aufgemacht wird. Also saß ich mit den anderen Wartenden fest. Man könnte denken, ich hätte doch einfach auch in die andere Richtung mit einem kleinen Umweg fahren können: leider nein. Google Maps hat schon angezeigt, dass im Ort Oberhof selber alles wegen des Laufes abgesperrt wäre. Man konnte also nur darauf warten, dass diese Sperre als Erstes wieder aufgemacht wird, um aus dem Ort zu kommen. Damit war mir auch klar, warum es hier vergleichsweise nur wenige Autos auf dem Parkplatz gab. Die anderen Fahrer*innen waren schlauer und haben ihr Auto hinter der Laufbahn (also praktisch knapp außerhalb der Ortschaft) geparkt und konnten so direkt losfahren.
Nach über einer dreiviertel Stunde ging es endlich los, als auch der letzte Läufer vom letzten Startblock die Straße überquert hatte. Mit mir sind gleich mehrere Autos wie eine Wagenkolonne Richtung Schmiedefeld gefahren. Dabei ging es viele schmale Straßen entlang und ich war froh, dass mir in den engen Kurven kein Bus oder anderes großes Fahrzeug entgegenkam. Am Anfang war die Fahrt dennoch relativ entspannt und dass vor und hinter mir meist die gleichen Autos fuhren, war wohl ein gutes Zeichen dafür, auf dem richtigen Weg zu sein. Was mich aber negativ stimmte, war das Radio. Bei Antenne Thüringen war natürlich das größte Thema auch der Rennsteiglauf. Dazu wurde aber auch berichtet, dass es rund um die Ortschaft Schmiedefeld in Richtung Ilmenau zu Staus oder gar Sperrungen kommen könnte. Da ich aber von genau der anderen Richtung aus kam, hoffte ich das Beste…
Nachdem ich durch Suhl, den letzten großen Ort vor Schmiedefeld, gefahren bin, bahnte sich das Drama an. Der Verkehr ging immer stockender voran und führte in einen Wald mit vielen Kurven. In Schrittgeschwindigkeit und noch langsamer ging es durch den Wald… aber wenn es zumindest irgendwie vorangehen würde, könnte ich es noch in den zwei Stunden schaffen, die Nathalie geschätzt brauchen würde um in Schmiedefeld anzukommen. Doch dann kamen plötzlich Polizeiautos und Motorräder vorbei. Dies bedeutete nichts Gutes. Nach einer Weile kamen diese wieder zurück und haben jedem einzelnen Auto angezeigt umzukehren. Ohweia… ich dachte, jetzt müsste ich über x Ortschaften einen Umweg fahren, um anzukommen. Doch es lief etwas anders. Nach nur wenigen hundert Metern bogen alle Autos vor mir zu einem Parkplatz eines Hotels ein – also folgte ich diesen. Dort stieg ich aus und stand etwas verblüfft da, wie es weitergehen solle. Ich fragte einen der anderen Autofahrer und dieser meinte, dass die Polizei weiter vorn sagte, dass von hier aus Busse in die Ortschaft fahren werden – praktisch wie ein Shuttle zwischen Hotel und Ziel. Dies machte mich etwas unruhig, weil ich zum einen schnell alle Sachen von Nathalie in meinen Rucksack packen musste (weil ich ihr einiges mitbringen sollte) und zum anderen das gemietete Auto auf einem fremden Parkplatz mitten im Wald zurücklassen musste. Da die Zeit aber drängte, habe ich schnell alles umgepackt und bin in den ersten Bus gesprungen, der tatsächlich schon bald am Hotelparkplatz stand.
Die Busfahrt war recht voll, da viele über diesen und wohl einzigen Weg jetzt zu der Ortschaft unterwegs waren. Dabei fuhr der Bus auch an größeren Parkflächen im Wald vorbei, wo ebenfalls Leute zustiegen, die ihr Auto dort stehen gelassen haben. Autos waren kaum noch auf der Straße zu sehen, dennoch ging es irgendwann nur noch stockend voran. Grund dafür war ein Weg mitten im Wald, der sich mit der Straße kreuzte und worüber die Rennsteig-Läuer*innen liefen. So stand ich dann mit dem Bus vor der Kreuzung und es waren noch knapp 15 Minuten bis Nathalie in Schmiedefeld ankommen müsste. Im Bus unterhielten sich gerade ein paar Mädchen darüber, wie sie ihre Freundin am Bus vorbei haben laufen sehen. Ich fand es extrem unwahrscheinlich, dass gerade jetzt Nathalie hier vorbeikommen würde. Dennoch hielt ich kurz Ausschau, um zu sehen, wer gerade den Weg links runterkam… und das Unmögliche passierte: Nathalie lief gerade, ohne dass sie wusste, dass ich in dem Bus drin saß, praktisch an mir vorbei! Schnell habe ich versucht sie noch aufzunehmen, als sie rechts am Bus vorbei wieder im Wald verschwand.
Das war schon ein harter Zufall! Und kurz darauf fuhren auch die Busse weiter, als sich eine Lücke zwischen den Laufenden ergab. Es dauerte nicht mehr Lange und der Bus kam auch in der Ortsmitte von Schmiedefeld an. Dort war aber nicht direkt der Sportplatz. Ich habe auf Google Maps geschaut und gesehen, dass dieser noch rund 15 Minuten zu Fuß entfernt ist – also bin ich gerannt, um noch möglichst vor Nathalie da zu sein!
Als ich am Sportplatz angekommen bin, war ich erst einmal von der Größe der Veranstaltung überwältigt. Auf dem Fußballplatz selber standen viele Zelte mit Essen und Werbesponsoren. Außerdem Hüpfburgen und andere Attraktionen für Kinder. Scheinbar war hier auch das Ende für den Kinderlauf. Da aber so viele Torbögen aufgebaut ware, musste ich erst einmal schauen, wo das eigentliche Ziel war. Dieses hatte sich nämlich genau am anderen Ende des Platzes befunden. Nachdem ich mich durch die Menschenmassen durchgekämpft hatte, stand ich nur wenige Meter vor dem Ziel, in der Hoffnung ein Video aufzunehmen, wenn Nathalie durch das Ziel läuft. Ich habe gewartet… Nunja, ich wusste nicht, ob Nathalie schon durchgelaufen ist oder noch kommen würde. Ich habe von drei bis fünf viele Startblocknummern gesehen. Nachdem ich aber über 10 Minuten gewartet hatte, kam es mir doch immer unwahrscheinlicher vor, dass Nathalie noch kommen würde – zumal ich durch die Busfahrt und demdasRennen zum Sportplatz auch einige Zeit gebraucht hatte. Ich nahm also mein Smartphone raus und schaute auf die Seite, von der Nathalie meinte, dass dort die aktuellen Zeiten der Laufenden stehen. Und nach etwas Suchen und Filtern der Teilnehmenden fand ich ihren Namen. Da stand schon eine Zeit! Nathalie war also bereits durch das Ziel gelaufen.
Nun stieg in mir aber eine kleine Angst auf: Wo ist Nathalie und wie sollten wir uns finden? Sie hatte wegen dem Lauf kein Handy dabei, wodurch ich sie nicht kontaktieren konnte. Am Halbmarathon des Rennsteiglaufs nahmen tausende Personen teil und der Sportplatz mit seinen anliegenden Einrichtungen war riesig. Zwar meinte Nathalie, dass sie ähnlich wie bei früheren Läufen hinter dem Ziel warten würde, da dort aber minütlich hunderte Leute ankamen, war es mega voll und sie würde, so wie ich es mir dachte, einfach immer weiter raus geschoben werden. Außerdem dachte Nathalie bestimmt, dass ich durch die “kurze” Autofahrt schon längst da wäre und wohl sicher irgendwo auf dem Festgelände sei. Ich wusste wirklich nicht, wie ich dieses Problem angehen sollte. Besser als gar nichts zu tun, ging ich dann doch in das Areal hinter dem Ziel, auch wenn hier unzählig viele Leute standen. Nathalie hier zu finden, wäre wie eine Nadel im Heuhaufen zu finden. Ich ging also in die Richtung und wollte schon langsam selber in die Menschenmasse eintauchen, als ich plötzlich von hinten angesprungen wurde.
Auf dem Fest in Schmiedefeld
Der Schock war vorbei und wir hatten uns gefunden. Nathalie war schon ganz hungrig, weil sie mich ebenfalls verzweifelt gesucht hatte und ich es war, der ihr Portemonnaie und Essgutscheine für den Lauf hatte. Sie war also ohne ihre Sachen, die ich im Rucksack hatte, ziemlich aufgeschmissen – was ich nicht einmal bedacht hatte.
Es gab recht viele Essensstände, aber wir haben nach dem Stand gesucht, der für die Laufenden mit Gutscheinen Suppe und Getränke verteilte. Dieser war leicht abseits in einer Art Scheune. Dort gab es Suppe, was eine Art Rinderbrühe war, im Becher. Ich nahm mir direkt einen becher, aber für Nathalie war dies natürlich nichts. Sie hatte dies aber schon geahnt und deshalb Essen für sich eingepackt gehabt, was ich zum Glück auch dabei hatte. Toiletten waren neben der Scheune auch direkt in der Nähe.
Nachdem wir fertig waren, sollte es wieder auf den Sportplatz gehen, um sich all die Stände anzuschauen. Noch in der Scheune war ein kleiner Nebenraum, wo man Merchandise zum Rennsteiglauf kaufen konnte. Die Sachen waren allerdings recht teuer. Da ich mir bereits beim Weimar Stadtlauf ein Laufshirt “ermogelt” hatte, wollte ich mir nicht noch vom Rennsteiglauf ein Shirt kaufen, bei dem mich jeder nach meiner nicht vorhandnenen Zeit fragen würde.
Zurück am Sportplatz ist uns direkt aufgefallen, dass es viele Werbestände gab, die kostenlos Trinken verteilt haben. Also haben wir zugeschlagen, wenn es irgendwo was möglichst zuckerfreies zum Mitnehmen gab. Wir fanden auch recht schnell ein Zelt, wo man sich die gelaufene Zeit in die Teilnehmermedaille eingravieren lassen konnte. Dafür musste man nur ein paar Euro bezahlen und die Laufnummer vorzeigen. Aus dem System wurde dann die richtige Zeit eingraviert. Um die Ecke war auch direkt eine Wand mit den Daten des Laufs, vor der man Fotos machen konnte. Und so habe ich auch ein Foto mit ihr und der Medaille vor der Wand gemacht.
Die anderen Stände waren weniger spektakulär. Viele hatten nur Bier oder andere Fressalien. Es gab einen Karrierestand der Bundeswehr, links davon war ein Stand mit Sportausrüstung, primär für Läufer*innen, also nichts, was ich für Volleyball verwenden konnte, und rechts daneben war ein DHL-Stand und scheinbar waren auch Personen mit DHL-sponsoring beim Lauf dabei. Ich habe gesehen, dass sie dort Paketpappe, im Adventsdesign noch übrig geblieben von Weihnachten, hatten, und auf Nachfrage konnte ich ein paar davon mitnehmen.
Als wir dann alles abgegrast hatten und auch unseren Getränke-Gutschein verschenkt hatten (damit gab es eh nur Bier zu holen), sind wir in den Ortskern von Schmiedefeld gelaufen, wo die Busse gehalten haben. Es war nicht ganz transparent, welcher der Busse zu dem Hotel und den Parkplätzen im Wald zurück fährt, aber nach kurzer Nachfrage haben wir ihn gefunden. Am Hotelparkplatz angekommen war dieser auch schon komplett zugestellt mit Autos. Zum Glück war unser teilAuto nicht komplett zugeparkt und wir konnten problemlos rausfahren, auch wenn selbst die Busse es schwer hatten hier noch rein und raus zu fahren. Und dann ging es auch wieder zurück nach Weimar.
Das war wirklich ein sehr ereignisreicher Tag. Besonders Nathalie amüsiert sich gern darüber, dass sie zu Fuß schneller unterwegs war, als ich mit Auto… auch wenn ich wahrscheinlich mehr Steine im Weg hatte als sie.
